Zeckenenzephalitis - Impfen

Impfung gegen Zeckenenzephalitis (FSME)

Zecken (Holzbock) konnen verschiedene Erreger übertragen und damit verschiedene Krankheiten verursachen. Die zwei wichtigsten sind die Borreliose und die Zeckenenzephalitis, auch Fruhsommer-Meningoenzephalitis (FSME) genannt.
Geschlossene Kleidung, geschlossene Schuhe und Repellentien reduzieren das Risiko, an einer der beiden Infektionen zu erkranken. Bei der Borreliose wird ein Bakterium und bei der FSME ein Virus übertragen. Während die erste Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden kann, gibt es keine spezifische Behandlung für die FSME. Die Schutzimpfung gegen FSME ist die einzige praktikable Lösung für Leute, die sich wirksam gegen FSME schützen möchten.

Gegen was schützt die Impfung gegen FSME?
Sie schützt gegen eine Erkrankung mit potenziell schweren oder tödlichen Komplikationen.

Tragen alle Zecken das FSME-Virus in sich?
Zecken, die das FSME-Virus tragen, finden sich in Endemiegebieten. Diese kommen vorwiegend in der Nordostschweiz, aber auch in anderen Regionen – Bern, Jurasüdfuss, Teile Graubündens, Aargau und Rhonetal im Wallis – vor.
Rund 1 Prozent der Zecken in Naturherden tragen das FSME-Virus in sich.

Erkranken alle, die gestochen werden?

Bei der Mehrheit der von einer FSME-infizierten Zecke gestochenen Personen verläuft die Infektion unbemerkt, nur eine Minderheit erkrankt.

Was sind die Symptome und Folgen einer Erkrankung?
Bei erkrankten Personen kommt es nach dem Stich mit einer infizierten Zecke nach einigen Tagen bis wenigen Wochen (2 - 28 Tage) zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Bei den meisten Betroffenen ist damit die Erkrankung nach einigen Tagen beendet. Sie sind anschliessend wahrscheinlich lebenslang gegen diese Krankheit immun. Bei 5 - 15 Prozent der erkrankten Personen kann es nach weiteren 4 - 6 Tagen zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen, die sich auch auf das Gehirn übergreifen kann (Meningoenzephalitis).

Was ist eine Meningoenzephalitis?
Die Symptome einer Meningoenzephalitis sind Nackensteifigkeit, Bewusstseinstrübung und Lähmungen. Restbeschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisprobleme, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Schwindel können über Wochen bis Monate andauern, bilden sich jedoch in den
meisten Fällen wieder zurück. Bei schweren Verlaufsformen können Restschäden bleiben. Bei1 Prozent der Erkrankten mit neurologischen Symptomen verläuft die Erkrankung tödlich (vor allem ältere Patienten). In der Regel erkranken Kleinkinder seltener und weniger schwer als ältere Personen.

Wann ist der ideale Zeitpunkt für die Impfung gegen FSME?
Die FSME tritt, wie der Name sagt, gehäuft im Frühsommer auf. Die Zecken benötigen Wärme und Feuchtigkeit, um aktiv zu werden. FSME kann aber während des ganzen Sommers auftreten. Daraus ergibt sich der ideale Zeitpunkt für die Impfung, nämlich der Winter. Selbstverständlich kann man sich auch während anderer Jahreszeiten impfen lassen.

Wann ist man immunisiert?

Die vollständige Grundimmunisierung erfordert drei Injektionen. Ein zeitlich begrenzter Schutz besteht schon nach zwei Injektionen. Diese ersten beiden Impfungen werden in der Regel im Abstand von einem Monat verabreicht. Die dritte Impfung, die einen Langzeitschutz von mindestens 10 Jahren gewährt, erfolgt je nach Impfstoff 5 - 12 Monate nach der zweiten Dosis. Sie vermittelt einen Schutz von ≥95%. Auffrischimpfungen sind alle 10 Jahre empfohlen bei weiterhin bestehendem Risiko.

Wer soll sich impfen lassen?
Alle erwachsenen Personen sowie Kinder im Allgemeinen ab 6 Jahren, welche in Endemiegebieten wohnen oder sich dort zeitweise aufhalten, sollten sich gegen FSME impfen lassen. Eine Impfung erübrigt sich für Personen, die kein Expositionsrisiko haben. Ein Expositionsrisiko besteht bei Aufenthalt in Zeckenbiotopen der Endemiegebiete (vor allem mittelgradig feuchte Stellen in Laub- und Mischwäldern mit üppigem Unterholz). Die Situation von Kindern im Alter von 1 - 5 Jahren muss individuell geprüft werden.

Wie viele FSME-Erkrankungen gibt es?
Die jährlichen Erkrankungen schwanken zwischen rund 100 und 250. Obschon das Risiko, an FSME zu erkranken, relativ klein ist, gehen all diejenigen Personen, welche in Endemiegebieten wohnen oder sich dort zeitweise aufhalten, das Risiko ein, an den möglichen schweren Folgen einer FSME zu erkranken und bleibende Schäden zu erleiden. Da die FSME nicht behandelt werden kann, ist die Impfung die einzige zuverlässige Methode, dieser Krankheit vorzubeugen.

Die Impfstoffe
In der Schweiz sind gegenwärtig für  Erwachsene und Kinder zwei Impfstoffe zugelassen: FSME-Immun CC® und Encepur®. Beide Produkte enthalten inaktivierte FSME-Viren und als Hilfsstoff Aluminiumhydroxid, welches die Immunantwort verstärkt. Zusätzlich finden sich Spuren von Formaldehyd, Gentamycin und
Neomycin sowie Chlortetracyclin (Encepur®). Encepur® enthält als Stabilisator Zucker, FSME-Immun CC® Humanalbumin.
ACHTUNG: Da die FSME-Viren auf Hühnerzellen gezüchtet werden, sollen Personen mit Hühnereiweiss-Allergie darauf hinweisen werden.

Gibt es Nebenwirkungen?
Die Impfung wird sehr gut vertragen. Örtliche Reaktionen (Rötung, kleine Schwellung, Schmerz) an der Einstichstelle werden bei rund einem Drittel der Personen beobachtet. Diese Reaktionen verschwinden nach 1 – 2 Tagen. Allgemeine Reaktionen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskel- und Gelenkschmerzen. Fieber wird selten beobachtet.
Schwerere allergische (anaphylaktische) Reaktionen sind mit den neuen Impfstoffen sehr selten (1 – 2 auf 1‘000‘000 Dosen) beobachtet. Schwere neurologische Nebenwirkungen sind sehr selten (1 auf 70’000 bis 1 auf 1'000’000 Dosen).

Wieviel kostet die Impfung gegen FSME?

Diese Impfung wird als sehr wichtig betrachtet. Aus diesem Grund werden die Kosten im Rahmen der Grundversicherung von den meisten Krankenkassen übernommen (abzüglich Franchise und Selbstbehalt). Bei beruflicher Exposition werden die Kosten vom Arbeitgeber übernommen.

Wann wird eine Impfung empfohlen?

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen empfiehlt die FSME-Impfung für alle Erwachsenen und Kinder ab 6 Jahren, die sich gegen FSME schützen möchten. Das Risiko für eine Infektion mit dem FSME-Virus ist relativ klein (100 - 250 Fälle pro Jahr). Es besteht aber das Risiko, ernsthaft und mit bleibenden Restschäden zu erkranken, selten sogar, an den Folgen der FSME zu sterben. Dieses Restrisiko kann durch eine wirksame und gut verträgliche Impfung eliminiert werden.

Risikogebiete

Ab diesem Jahr gilt die gesamte Schweiz (ausser Genf und Tessin) als Risikogebiet.
Gebiete mit FSME-Impfempfehlung – Karte des BAG, immer aktualisiert
Alle Informationen über Zeckenimpfung und Risikogebiete:
www.fsme-schweiz.ch

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